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Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt

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Published by Acibadem Health Point Last updated May 14, 2025

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Das lymphatische System ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. Wenn sich hier Zellen unkontrolliert vermehren, entsteht ein Lymphom – eine Form von Blutkrebs.

Mediziner unterscheiden zwei Hauptkategorien: Hodgkin-Lymphom (HL) und Non-Hodgkin-Lymphom (NHL). Der entscheidende Unterschied liegt in den Reed-Sternberg-Zellen, die nur bei HL vorkommen.

Während HL seltener ist, umfasst NHL über 60 Subtypen. Diese Vielfalt macht Diagnose und Therapie komplex. Eine genaue Einordnung ist für die Behandlung entscheidend.

Für Betroffene und Angehörige ist es wichtig, die Grundlagen zu verstehen. Dieser Artikel erklärt die wesentlichen Merkmale beider Erkrankungen.

Was ist ein Lymphom?

Lymphome sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Sie entstehen, wenn sich Lymphozyten, also weiße Blutkörperchen, unkontrolliert vermehren. Diese Zellen sind normalerweise für die Abwehr von Krankheiten zuständig.

Definition und Grundlagen

Medizinisch gesehen handelt es sich bei einem Lymphom um eine Krebsart. Sie betrifft vor allem die Lymphknoten, kann aber auch Milz, Thymus oder Knochenmark befallen. Die Krankheit wird in zwei Hauptgruppen unterteilt, die unterschiedlich behandelt werden.

Die Rolle des lymphatischen Systems

Das lymphatische System ist ein Netzwerk aus Gefäßen und Organen. Es transportiert Nährstoffe und bekämpft Infektionen. B- und T-Zellen, spezielle Lymphozyten, sind dabei besonders wichtig. Wenn sie entarten, kann ein Lymphom entstehen.

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Ein häufiges Frühsymptom sind geschwollene Lymphknoten. Sie sind oft schmerzlos und werden zufällig entdeckt. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für die Behandlung.

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Non-Hodgkin-Lymphome machen den Großteil aller Lymphom-Erkrankungen aus. Etwa 90 % der Fälle gehören zu dieser Gruppe. Im Gegensatz zum Hodgkin-Lymphom fehlen hier spezifische Zellen, die die Diagnose erleichtern.

Definition und Besonderheiten

NHL entsteht, wenn B- oder T-Zellen entarten. Diese Zellen gehören zum Immunsystem und können sich unkontrolliert vermehren. Anders als beim Hodgkin-Lymphom breitet sich NHL oft außerhalb der Lymphknoten aus, etwa im Magen oder Knochen.

Unterschiedliche Subtypen

Mediziner kennen über 60 Subtypen des NHL. Sie unterscheiden sich im Verlauf: Manche wachsen langsam (indolent), andere aggressiv. Beispiele sind das Burkitt-Lymphom oder das Mantelzelllymphom.

Die Vielfalt der Subtypen stellt Ärzte vor diagnostische Herausforderungen. Eine genaue Einordnung ist jedoch entscheidend für die Therapie.

Der Hauptunterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom

Reed-Sternberg-Zellen sind der Schlüssel zur Klassifizierung von Lymphomen. Diese besonderen Zellen kommen ausschließlich beim Hodgkin-Lymphom vor. Ihre Anwesenheit oder Abwesenheit entscheidet über die weitere Behandlung.

Reed-Sternberg-Zellen als Schlüsselmerkmal

Reed-Sternberg-Zellen sind groß (100–200 µm) und haben mehrere Kerne. Unter dem Mikroskop erkennt man sie an ihrem charakteristischen Aussehen. Sie entstehen aus entarteten B-Zellen und sind nur bei einer Form der Erkrankung nachweisbar.

Klassifikation und Diagnose

Die WHO-Klassifikation ist der Standard für die Diagnose. Sie unterscheidet über 60 Subtypen. Wichtige Schritte sind:

  • Lymphknotenbiopsie zur Gewebeentnahme
  • Immunphänotypisierung zur Bestimmung der Zellart
  • Bildgebung (CT/MRT) zur Ausbreitungsanalyse
Diagnostische Methode Ziel Relevanz für Reed-Sternberg-Zellen
Histopathologie Nachweis von Zellmerkmalen Direkter Nachweis möglich
Zytogenetik Analyse genetischer Veränderungen Hilft bei Subtypisierung

Symptome im Vergleich

Erste Anzeichen einer Erkrankung des lymphatischen Systems sind oft unspezifisch. Viele Patienten suchen erst Hilfe, wenn Symptome wie geschwollene Lymphknoten oder Müdigkeit länger bestehen.

Häufige Anzeichen bei beiden Erkrankungen

Die sogenannte B-Symptomatik tritt bei beiden Hauptgruppen auf. Dazu zählen:

  • Fieber über 38°C ohne Infektion
  • Starker Nachtschweiß nachts
  • Ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 10% in 6 Monaten)

Diese Symptome deuten auf eine aktive Erkrankung hin. Sie erfordern immer eine Abklärung.

Spezifische Merkmale des Non-Hodgkin-Lymphoms

NHL zeigt oft zusätzliche Besonderheiten. Bei 30% der Patienten vergrößert sich die Milz (Splenomegalie). Das kann zu Völlegefühl oder Schmerzen führen.

Manche Subtypen befallen Haut oder Nervensystem. Dann treten Juckreiz, Lähmungen oder Verwirrtheit auf. Solche Symptome helfen Ärzten bei der Eingrenzung.

Symptom Häufigkeit bei NHL Besonderheit
Frühsättigung 20–35% Durch Milzbeteiligung
Knochenschmerzen 10–15% Bei Knochenmarkbefall

Risikofaktoren und Ursachen

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für Lymphomerkrankungen deutlich. Dazu zählen Alter, Vorerkrankungen und Umwelteinflüsse. Eine frühzeitige Kenntnis hilft bei der Vorsorge.

Alter und Geschlecht

Das Alter ist ein entscheidender Faktor. Ab 65 Jahren steigt die Wahrscheinlichkeit für ein NHL exponentiell. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Weitere Faktoren sind:

  • Genetische Veranlagung (familiäre Häufung)
  • Langzeitbelastung durch Pestizide oder Lösungsmittel
  • Frühere Chemo- oder Strahlentherapien

Immunsystem und Infektionen

Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt die Entstehung. HIV-Patienten haben ein 50- bis 100-fach erhöhtes Risiko. Auch Autoimmunerkrankungen steigern die Gefahr um 30%.

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Chronische Infektionen spielen eine Rolle:

  • Epstein-Barr-Virus (EBV) löst das Burkitt-Lymphom aus
  • Helicobacter pylori kann MALT-Lymphome verursachen

Behandlungsmöglichkeiten

Fortschritte in der Medizin ermöglichen gezieltere Therapien als je zuvor. Die Wahl der Methode hängt vom Subtyp, Stadium und Allgemeinzustand des Patienten ab. Moderne Konzepte kombinieren oft mehrere Ansätze für beste Ergebnisse.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Unterschied zwischen Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom erklärt Das R-CHOP-Schema ist Standard bei aggressiven NHL-Formen. Es kombiniert fünf Wirkstoffe, darunter den Antikörper Rituximab. Die Chemotherapie zerstört schnell wachsende Zellen, hat aber Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Haarausfall.

Die Strahlentherapie kommt bei lokal begrenzten Tumoren zum Einsatz. Hochpräzise Geräte schonen gesundes Gewebe. Sie wird oft nach einer Chemotherapie zur Restbehandlung genutzt.

Immuntherapie und Stammzelltransplantation

Die CAR-T-Zell-Therapie ist ein Durchbruch bei rückfälligen Lymphomen. Dabei werden patienteneigene Immunzellen im Labor umprogrammiert. Sie erkennen und zerstören Krebszellen gezielt.

Bei der Stammzelltransplantation unterscheidet man zwei Arten:

  • Autolog: Eigene Stammzellen werden nach Hochdosis-Chemotherapie zurückgegeben
  • Allogen: Spenderzellen ersetzen das kranke Immunsystem
Verfahren Vorteile Einsatzgebiet
Radioimmuntherapie Gezielte Strahlenwirkung Yttrium-90-markierte Antikörper
BTK-Inhibitoren Tablettenform möglich Mantelzelllymphom

Wichtige Erkenntnisse zum Mitnehmen

Für Patienten und Angehörige bieten moderne Therapien gute Perspektiven. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 88% für HL und 73% für NHL. Eine frühe Diagnose verbessert die Prognose deutlich.

Die Behandlung von Blutkrebs hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Neue Methoden wie die CAR-T-Zell-Therapie zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Nach der Therapie sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Langzeitfolgen können so früh erkannt werden. Patientengruppen bieten zusätzliche Unterstützung.

Die Forschung zu Lymphomen untersucht ständig neue Angriffspunkte in den Zellen. Dies gibt Hoffnung auf noch bessere Therapien in Zukunft.

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