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Aseptische Nekrose der Hüfte: Symptome, Diagnose und Therapie

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Published by Acibadem Health Point Last updated May 14, 2025

Aseptische Nekrose der Hüfte: Symptome, Diagnose und Therapie

Aseptische Nekrose der Hüfte: Symptome, Diagnose und Therapie Die aseptische Nekrose des Femurkopfs ist eine schwerwiegende Erkrankung, bei der das Knochengewebe abstirbt. Grund dafür ist eine gestörte Durchblutung. Ohne ausreichende Sauerstoffversorgung baut sich der Knochen langsam ab.

In Deutschland sind jährlich über 20.000 Menschen betroffen. Männer erkranken häufiger als Frauen, besonders zwischen 40 und 65 Jahren. Der Femurkopf bildet die Kugel im Hüftgelenk und ist entscheidend für eine schmerzliche Bewegung.

Durch den fortschreitenden Knochenkollaps kann es zu starken Schmerzen kommen. Unbehandelt droht eine Arthrose. Dieser Artikel erklärt Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Was ist eine aseptische Nekrose der Hüfte?

Wenn der Knochen im Femurkopf abstirbt, spricht man von einer avaskulären Nekrose. Ursache ist oft eine Unterbrechung der Blutzufuhr. Ohne Sauerstoff sterben Osteozyten (Knochenzellen) ab – das Gewebe wird instabil.

Definition und Entstehung

Mediziner bezeichnen die Erkrankung auch als osteonecrosis. Sie entsteht, wenn Blutgefäße den Femurkopf nicht mehr versorgen. Innerhalb von 12 bis 48 Stunden beginnt der Knochen zu kollabieren.

Der Heilungsprozess verläuft in zwei Phasen:

  • Abbau des abgestorbenen Gewebes
  • Neubildung von Knochensubstanz

Betroffene Bereiche des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk besteht aus dem Femurkopf und der Pfanne (Azetabulum). Eine Knorpelschicht dient als Gleitfläche. Bei avascular necrosis wird vor allem der obere Teil des Femurkopfs geschädigt.

Stadium (Ficat) Merkmale
I Keine sichtbaren Veränderungen im Röntgen
II Leichte Knochendichteminderung
III Einsinken des Femurkopfs
IV Arthrose im Gelenk

In 40% der Fälle sind beide Hüften betroffen. Die Erkrankung unterscheidet sich von Legg-Calvé-Perthes (tritt bei Kindern auf) und Osteochondrosis dissecans (betrifft Gelenkknorpel).

Ursachen und Risikofaktoren

Verschiedene Faktoren können die Durchblutung des Knochens beeinträchtigen. Bei 70% der Patienten bleibt die Ursache unklar. In anderen Fällen lösen Verletzungen, Erkrankungen oder Lebensstilentscheidungen die Schädigung aus.

Durchblutungsstörungen und ihre Auslöser

Mechanische Schäden wie Hüftfrakturen oder Luxationen unterbrechen die Blutzufuhr. Auch wiederholte Mikrotraumata (z. B. bei Leistungssportlern) spielen eine Rolle.

Medikamente wie Kortikosteroide (>20 mg/Tag über 3 Monate) verursachen bei 5–40% der Patienten eine avascular necrosis. Sie fördern Fettembolien in den Blutgefäßen.

Medizinische Vorerkrankungen

Blut- und Stoffwechselerkrankungen erhöhen das Risiko:

  • Sichelzellanämie: Verformte rote Blutkörperchen blockieren Gefäße.
  • Hyperlipidämie: Fettablagerungen verengen die Adern.
  • Gerinnungsstörungen: Thrombosen behindern den Blutfluss.

Lebensstilbedingte Risiken

Starker Alkoholkonsum (>400 ml/Woche) erhöht das Risiko um das 10-fache. Berufe mit Druckluft (z. B. Taucher) führen zur Caisson-Krankheit (4-faches Risiko).

Risikofaktor Auswirkung
Kortikosteroid-Therapie 5–40% der Fälle
Alkoholmissbrauch 10-fach erhöhtes Risiko
Taucher/Druckluftarbeit 4-fach erhöhtes Risiko
Genetische Veranlagung Kollagenstoffwechselstörungen

Symptome der aseptischen Nekrose der Hüfte

Erste Anzeichen zeigen sich meist durch belastungsabhängige Schmerzen. Die Symptome verschlimmern sich oft über Monate. Viele Patienten deuten die Beschwerden zunächst falsch.

Frühzeichen und Fortschreiten

Im Stadium I treten kaum Beschwerden auf. Typisch sind später:

  • Leistenschmerz, der in Gesäß oder Knie ausstrahlt
  • Nachtschmerz, der den Schlaf stört
  • Steifheit nach längerem Sitzen

Das Gelenk verliert zunehmend an Beweglichkeit. Im Röntgen zeigt sich das “Crescent Sign” als Spätzeichen.

Schmerzlokalisation und Bewegungseinschränkungen

Der Schmerz sitzt tief in der Leiste. Besonders bei Innenrotation oder Abduktion wird er stärker. Klinische Tests wie der Log-Roll-Test fallen positiv aus.

Folgende Einschränkungen sind häufig:

  • Innenrotation unter 15°
  • Schwierigkeiten beim Treppensteigen
  • Schmerzverstärkung beim Gehen

Differentialdiagnosen wie Arthrose müssen ausgeschlossen werden.

Diagnoseverfahren

Moderne Bildgebung hilft, die Erkrankung früh zu erkennen. Ärzte kombinieren klinische Tests und technische Verfahren für eine sichere Diagnose. So lässt sich das Ausmaß der Schädigung genau bestimmen.

Klinische Untersuchung und Anamnese

Zuerst erfragt der Arzt Risikofaktoren wie Medikamente oder Alkoholkonsum. Eine Gangbildanalyse zeigt Bewegungsstörungen. Der Trendelenburg-Test prüft die Stabilität des Femurkopfs.

Bildgebende Verfahren: Röntgen, MRT und CT

Das MRT ist am genauesten (98% Sensitivität). Es erkennt Ödeme und Nekrosebereiche. Röntgen zeigt erst ab Stadium II Auffälligkeiten wie Sklerosesäume.

Für OP-Planungen nutzen Ärzte CT-Scans. Sie machen subchondrale Frakturen sichtbar. Selten kommt eine Knochenszintigraphie zum Einsatz (85% Sensitivität).

Differenzialdiagnosen

Andere conditions können ähnliche Symptome verursachen:

  • Stressfrakturen (z. B. bei Sportlern)
  • Knochenmarködem-Syndrom
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen

Bluttests schließen Infektionen aus. Eine Biopsie ist nur bei unklaren Fällen nötig.

Behandlungsmöglichkeiten

Therapien richten sich nach dem Krankheitsstadium. Im Frühstadium können nicht-operative Methoden helfen. Bei fortgeschrittener Schädigung sind oft chirurgische Eingriffe nötig. Ziel ist immer, Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu erhalten.

Konservative Therapien

Bei leichten Fällen kommen nicht-operative Behandlungen zum Einsatz. Teilentlastung mit Gehstützen entlastet das Gelenk. Medikamente wie Bisphosphonate reduzieren das Kollapsrisiko um 30%.

Weitere Optionen sind:

  • Pulsierende Elektromagnetfeldtherapie
  • Iloprost-Infusionen zur Gefäßerweiterung
  • Antikoagulantien bei Gerinnungsstörungen

Chirurgische Eingriffe

Bei Stadium I-II hat die core decompression eine 70% Erfolgsrate. Dabei wird der geschädigte Knochen angebohrt, um die Durchblutung zu verbessern. Optional kann eine Spongiosaplastik folgen.

Fortgeschrittene Fälle erfordern oft eine Hüft-TEP. Zementfreie Kurzschaftprothesen sind besonders schonend. Die OP ist bei einem Kollaps über 2 mm indiziert.

Rehabilitation und Nachsorge

Nach surgery folgt eine 6- bis 12-wöchige Teilbelastung. Physiotherapie stärkt die Muskulatur. Langzeitkontrollen per MRT sichern den Erfolg.

Therapie Anwendung Erfolgsrate
Core Dekompression Stadium I-II 70%
Hüft-TEP Stadium III-IV 90%
Physiotherapie Postoperativ 80%

Langzeitprognose und Lebensqualität

Die Langzeitaussichten bei Femurkopfschäden hängen vom Behandlungszeitpunkt ab. Früh erkannt, lässt sich die Prognose mit Core-Dekompression deutlich verbessern. Bei Gelenkersatz (TEP) liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei 92%.

Risikofaktoren wie große Nekroseareale (>30%) oder seitliche Lage verschlechtern den Verlauf. Häufige Komplikationen sind Arthrose oder Prothesenlockerung. 35% der Patienten sind länger als 6 Monate arbeitsunfähig.

Der Harris Hip Score misst die Lebensqualität. Chronische Schmerzen können psychische Belastungen auslösen. Alkoholabstinenz und Kortisonreduktion beugen vor.

Aktuell erforscht man Stammzelltherapien. Selbsthilfegruppen und Physio unterstützen Betroffene im Alltag.

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