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Non-Hodgkin- vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede?

4 min read
Published by Acibadem Health Point Last updated May 14, 2025

Non-Hodgkin- vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede?

Non-Hodgkin- vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede? Das Lymphsystem spielt eine wichtige Rolle im Körper. Es hilft bei der Abwehr von Krankheiten. Krebs kann dieses System angreifen und verschiedene Formen von Lymphomen verursachen.

Zwei Haupttypen existieren: Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome. Der größte Unterschied liegt in den Zellen. Beim Hodgkin-Typ finden sich Reed-Sternberg-Zellen, die bei der anderen Form fehlen.

1832 beschrieb Dr. Thomas Hodgkin erstmals diese Erkrankung. Heute weiß man, dass über 90 Subtypen existieren. Die Einteilung erfolgt nach spezifischen Merkmalen.

Epidemiologisch unterscheiden sich beide deutlich. Während der Hodgkin-Typ selten ist, gehört die andere Variante zu den häufigeren Krebsarten. Diagnose und Behandlung richten sich nach dem genauen Typ.

Eine frühzeitige Abklärung ist entscheidend. Moderne Therapien erhöhen die Heilungschancen bei beiden Formen.

Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom im Vergleich

Während eine Form eher junge Erwachsene trifft, zeigt sich die andere häufiger im höheren Alter. Das mediane Diagnosealter liegt bei 39 bzw. 67 Jahren. Diese Alterskluft beeinflusst auch die Therapieansätze.

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt 89% gegenüber 74%. Gründe hierfür sind aggressivere Verläufe und spätere Diagnosen bei der zweiten Variante. Zudem reagieren ältere Patienten oft schlechter auf Behandlungen.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Vielfalt der Subtypen. Während die erste Gruppe vier Haupttypen umfasst, gibt es bei der zweiten über 30 verschiedene Formen. Dies macht Diagnose und Therapie komplexer.

Besonders auffällig ist die Ausbreitung. Eine Variante befällt oft nur Lymphknoten, die andere kann auch Organe wie Magen oder Knochen befallen. Hier spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle bei der Entstehung.

Diagnose: Der entscheidende Unterschied durch Reed-Sternberg-Zellen

Reed-Sternberg-Zellen sind der Schlüssel zur Unterscheidung zweier Krebsarten. Diese besonderen Zellen treten nur bei einer Form auf und machen die Diagnose eindeutig. Ärzte nutzen moderne Verfahren, um sie zu identifizieren.

Reed-Sternberg-Zellen unter dem Mikroskop

Unter dem Mikroskop fallen die sogenannten Reed-Sternberg-Zellen sofort auf. Sie sind fünfmal größer als normale Lymphozyten und oft mehrkernig. Typisch sind auch ihre Varianten:

  • Eulenaugen-Zellen: Große Zellkerne mit hellen Bereichen.
  • Popcorn-Zellen: Unregelmäßige Form, ähnlich aufgeplatzten Popcornkörnern.

Biopsie und Klassifikation

Eine Biopsie ist der Goldstandard. Dabei entnehmen Ärzte Gewebe aus einem Lymphknoten. Im Labor wird es gefärbt und unter dem Mikroskop analysiert. Die WHO-Klassifikation hilft, den genauen Subtyp zu bestimmen.

Merkmal Normale B-Lymphozyten Reed-Sternberg-Zellen
Größe 7–15 µm 30–50 µm
Kerne Einzelkernig Mehrkernig (“Eulenaugen”)
Herkunft Gesunde weiße Blutkörperchen Mutierte B-Zellen

Symptome und Unterarten der Lymphome

Symptome bei Lymphdrüsenkrebs können unspezifisch sein, weshalb eine genaue Diagnose wichtig ist. Beide Hauptformen teilen gemeinsame Anzeichen, zeigen aber auch typische Unterschiede. Die WHO-Klassifikation unterscheidet zudem zahlreiche Unterarten.

Häufige Symptome bei beiden Lymphom-Typen

Die sogenannte B-Symptomatik umfasst Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsverlust. Sie tritt bei etwa 30% der Patienten auf. Spezifischere Anzeichen hängen vom betroffenen Gewebe ab.

Beispielsweise verursacht eine Variante oft Juckreiz. Die andere führt eher zu Frühsättigung oder Bauchschmerzen. Veränderungen der weißen Blutkörperchen sind im Blutbild erkennbar.

Unterschiedliche Subtypen

Die WHO unterscheidet vier Haupttypen bei einer Form und über 30 bei der anderen. Noduläre Sklerose (70% der Fälle) verläuft meist langsam. Mixed Cellularity ist aggressiver.

Bei der zweiten Gruppe teilt man die Verläufe in hochmaligne und niedrigmaligne ein. Die B/T-Zell-Differenzierung spielt für die Therapie eine zentrale Rolle. Extranodale Manifestationen betreffen oft Magen oder Haut.

Behandlungsansätze bei non hodgkin vs hodgkin lymphoma

Innovative Ansätze wie Immuntherapien revolutionieren die Krebsbehandlung. Die Therapie richtet sich nach Typ, Stadium und Patientengesundheit. Moderne Protokolle kombinieren mehrere Methoden für optimale Ergebnisse.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Die ABVD-chemotherapy ist Standard bei einer Form. Sie kombiniert vier Medikamente. PET-gesicherte Bestrahlung reduziert Nebenwirkungen.

Zielgerichtete Therapien wie CD30-Antikörper wirken präziser. Sie schonen gesunde Zellen. Die Erfolgsrate liegt bei über 80% im Frühstadium.

Innovative Therapien

Die CAR-T-Zell-immunotherapy hilft bei resistenten Fällen. Sie trainiert Immunzellen zur Krebsbekämpfung. Studien zeigen Langzeitremissionen.

Stem cell-Transplantationen ersetzen krankes Knochenmark. Autologe Transplantate nutzen eigene Zellen. Allogene benötigen Spender.

Checkpoint-Hemmer wie Nivolumab aktivieren das Immunsystem. Sie werden bei Rückfällen eingesetzt. Personalisierte Medizin analysiert Gene für maßgeschneiderte treatments.

Prognose und langfristige Perspektiven

Die langfristige Prognose hängt von mehreren Faktoren ab. Die 10-Jahres-survival rates liegen bei 80% bzw. 60%, je nach Krebsart. Spätfolgen wie Sekundärtumore sind nach Strahlentherapie möglich.

Entscheidend sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Sie erkennen Rückfälle früh. Rehabilitation verbessert die Lebensqualität nach der Therapie.

Aktuelle Forschungen zu bispezifischen Antikörpern zeigen Fortschritte. Psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten langfristig. Prävention senkt das Risiko für Folgeerkrankungen.

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