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Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede?

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Published by Acibadem Health Point Last updated May 14, 2025

Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede?

Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Was sind die Unterschiede?Lymphome zählen zu den Krebserkrankungen des lymphatischen Systems. Sie werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: Hodgkin und Non-Hodgkin. Beide Arten unterscheiden sich in Diagnose, Verlauf und Behandlung.

Ein entscheidendes Merkmal ist der Nachweis von Reed-Sternberg-Zellen. Diese speziellen Zellen sind nur beim Hodgkin-Typ vorhanden. Die Entdeckung geht auf Dr. Thomas Hodgkin zurück, der die Krankheit 1832 erstmals beschrieb.

Während der Hodgkin-Typ selten auftritt, ist die Non-Hodgkin-Form deutlich häufiger. Statistisch gesehen macht Erstere nur 0,4% aller Krebsneuerkrankungen aus. Letztere gehört zu den sieben häufigsten Krebsarten.

Die Altersverteilung bei der Diagnose variiert ebenfalls. Im folgenden Artikel vergleichen wir beide Typen genauer. Dabei betrachten wir Symptome, Diagnoseverfahren und Therapieansätze.

Hodgkin-Lymphom und Non-Hodgkin-Lymphom: Die wichtigsten Unterschiede

Reed-Sternberg-Zellen sind der Schlüssel zur Diagnose einer der beiden Krebsarten. Diese riesigen Zellen, fünfmal größer als normale Lymphozyten, zeigen unter dem Mikroskop ein typisches “Eulenaugen”-Muster. Nur bei einer Form sind sie nachweisbar.

Reed-Sternberg-Zellen als entscheidendes Merkmal

Die Zellen wurden nach ihren Entdeckern benannt. Ihr charakteristisches Aussehen hilft Ärzten, die Erkrankung sicher zu identifizieren. Bei der nodulär lymphozytenprädominanten Form treten zudem “Popcorn-Zellen” auf.

Unterschiede in der Klassifizierung und Häufigkeit

Die WHO unterscheidet vier Haupttypen der einen und über 30 Subtypen der anderen Form. DLBCL ist der häufigste Subtyp (30%). In Deutschland gab es 2022 etwa 8.540 vs. 80.470 Neudiagnosen.

  • Hodgkin: 90% sind noduläre Sklerose oder gemischtzelliger Typ.
  • Non-Hodgkin: Vielfältigere Ausprägungen, schwerer zu klassifizieren.

Altersverteilung bei der Diagnose

Junge Erwachsene (median 39 Jahre) sind häufiger von der einen Form betroffen. Die andere tritt vorwiegend bei Senioren (median 67 Jahre) auf. Die korrekte Einordnung ist für die Therapie entscheidend.

Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Symptome und Diagnose der Lymphome

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung des lymphatischen Systems sind oft unspezifisch. Viele Patienten bemerken zunächst schmerzlose Schwellungen der Lymphknoten, besonders im Hals- oder Leistenbereich. Erst im weiteren Verlauf treten typische Begleitsymptome auf.

Gemeinsame Symptome beider Lymphom-Typen

Zu den häufigsten Warnsignalen zählen die sogenannten B-Symptome. Dazu gehören:

  • Anhaltendes Fieber ohne Infektion
  • Starker Nachtschweiß
  • Ungewollter Gewichtsverlust (mehr als 10% in 6 Monaten)

Diese Trias tritt bei etwa 30% der Patienten auf. Müdigkeit und Juckreiz können ebenfalls vorkommen.

Spezifische Anzeichen für Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom

Beim Hodgkin-Typ klagen Betroffene häufig über:

  • Lokalisierten Juckreiz
  • Alkoholschmerz in den betroffenen Lymphknoten

Die andere Form zeigt sich eher durch:

  • Frühsättigung bei Milzbefall
  • Hämatome durch Thrombozytopenie

Diagnoseverfahren: Biopsie und mikroskopische Untersuchung

Die Exzisionsbiopsie gilt als Goldstandard. Dabei wird ein ganzer Lymphknoten entnommen und unter dem Mikroskop untersucht.

Bei Verdacht auf Streuung folgt eine Knochenmarkpunktion. Bildgebende Verfahren wie CT oder PET-CT helfen, das Stadium zu bestimmen.

Moderne Methoden wie die Liquid Biopsy gewinnen an Bedeutung. Sie ermöglichen eine weniger invasive Diagnostik.

Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Risikofaktoren und betroffene Bevölkerungsgruppen

Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko für lymphatische Erkrankungen deutlich. Dazu zählen Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Auch Umwelteinflüsse spielen eine Rolle.

Alter und Geschlecht als Einflussfaktoren

Männer erkranken häufiger als Frauen. Bei einigen Formen liegt der Altersmedian bei 39 Jahren, bei anderen bei 67. Jüngere Patienten haben oft eine bessere Prognose.

Rolle des Immunsystems und früherer Infektionen

Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Risiko stark. HIV-Patienten haben ein 50- bis 100-fach höheres Risiko. Das Epstein-Barr-Virus ist bei 40% der Fälle beteiligt.

Autoimmunerkrankungen wie Rheuma können ebenfalls Auslöser sein. Nach Organtransplantationen kommt es manchmal zu lymphoproliferativen Erkrankungen.

Umweltfaktoren und genetische Prädisposition

Berufliche Exposition gegenüber Chemikalien wie Pestiziden ist riskant. Strahlung erhöht das Risiko, etwa bei Atomunfall-Überlebenden.

Genetische Faktoren spielen eine Rolle: Verwandte ersten Grades haben ein 3- bis 5-fach höheres Risiko. Bestimmte HLA-Gene begünstigen die Entstehung.

Behandlungsmöglichkeiten bei Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphom

Moderne Therapieansätze bieten heute gute Heilungschancen bei beiden Erkrankungsformen. Die Wahl der Behandlung hängt vom Typ, Stadium und allgemeinen Gesundheitszustand ab. Ärzte kombinieren oft mehrere Methoden für optimale Ergebnisse.

Chemotherapie und Strahlentherapie im Vergleich

Die Chemotherapie ist ein Standardverfahren. Beim Hodgkin-Typ kommt häufig das ABVD-Schema zum Einsatz. Es kombiniert vier Medikamente über mehrere Zyklen.

Die Strahlentherapie wird ergänzend genutzt. Sie zielt gezielt auf befallene Lymphknotenbereiche. Bei frühen Stadien kann sie allein ausreichen.

Immuntherapie und gezielte Therapien

Immuntherapien wie PD-1-Hemmer aktivieren das körpereigene Abwehrsystem. Sie zeigen besonders bei Rückfällen Erfolge.

Gezielte Therapien blockieren spezifische Krebsmechanismen. Proteasom-Hemmer wie Bortezomib wirken direkt auf Tumorzellen.

Stammzelltransplantate und neue Behandlungsansätze

Bei aggressiven Verläufen hilft eine Stammzelltransplantation. Sie ermöglicht Langzeitremissionen in 40–50% der Fälle.

Innovativ ist die CAR-T-Zelltherapie. Seit 2018 zugelassen, modifiziert sie patienteneigene Immunzellen. Sie bekämpfen Krebs gezielt.

Klinische Studien testen weitere Methoden. Dazu gehören radioaktive Antikörper und personalisierte Genanalysen.

Non-Hodgkin-Lymphom vs Hodgkin-Lymphom: Prognose und Überlebensraten im Vergleich

Die Prognose bei lymphatischen Erkrankungen hängt stark vom Typ und Stadium ab. Die fünf-Jahres-Überlebensrate liegt bei 89% für eine Form und 74% für die andere. Früh erkannt, sind die Heilungschancen deutlich höher.

Ärzte nutzen Scores wie IPS oder IPI, um Risiken einzuschätzen. Jüngere Patienten haben bessere Aussichten – die Rate sinkt bei über 75-Jährigen auf 52,7%.

Auch das Therapieansprechen beeinflusst die survival rates. Späte Rezidive sind seltener, aber möglich. Langzeit-Remission wird durch PET-adaptierte Konzepte und CAR-T-Zelltherapien verbessert.

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