Erkennen Sie die Symptome einer nekrotisierenden Fasziitis
Erkennen Sie die Symptome einer nekrotisierenden Fasziitis Die nekrotisierende Fasziitis ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Infektion. Sie zerstört Gewebe unter der Haut und breitet sich rasch aus. Jährlich treten in den USA 700 bis 1.150 Fälle auf, mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 20%.
Eine schnelle Diagnose ist entscheidend. Die Krankheit wird oft mit harmlosen Infektionen verwechselt. Typisch sind starke Schmerzen, die nicht zum sichtbaren Befund passen.
Ohne Behandlung verschlechtert sich der Zustand innerhalb weniger Stunden. Ärzte bezeichnen sie auch als fleischfressende Erkrankung. Früh erkannt, steigen die Überlebenschancen deutlich.
Warnzeichen sollten nie ignoriert werden. Bei Verdacht ist sofortiges Handeln lebensrettend. Jede Verzögerung erhöht das Risiko schwerer Komplikationen.
Was ist eine nekrotisierende Fasziitis?
Diese schwere Infektion befällt das Unterhautgewebe und breitet sich rasant aus. Sie zerstört die Faszie – eine Bindegewebsschicht zwischen Haut und Muskeln. Innerhalb weniger Stunden kann es zu schweren Schäden kommen.
Definition und Krankheitsmechanismus
Mediziner definieren die Erkrankung als tiefe Gewebeinfektion. Bakterien dringen über kleine Wunden ein und produzieren Gifte. Diese lösen eine schnelle Zerstörung der Faszien aus.
Besonders tückisch: Die Schmerzen sind oft stärker als sichtbare Anzeichen. Ohne Behandlung breitet sich die Infektion weiter aus. Chirurgische Eingriffe sind dann meist unumgänglich.
Häufige Erreger und Infektionstypen
Auslöser sind meist folgende Bakterien:
- Gruppe-A-Streptokokken (60% der Fälle)
- Staphylokokken (z. B. MRSA)
- Vibrio vulnificus (in Salzwasser)
Man unterscheidet zwei Typen:
- Typ I: Polymikrobiell – mehrere Erreger gemeinsam
- Typ II: Monomikrobiell – ein Hauptkeim (meist Streptokokken)
Die Bakterien gelangen über Schnitte, Verbrennungen oder Insektenstiche ins Gewebe. Risikopatienten sollten besonders achtsam sein.
Symptoms of necrotizing fasciitis: Frühe und fortgeschrittene Anzeichen
Schmerzen, die stärker sind als erwartet, sind ein Alarmzeichen. Die Infektion zeigt sich zunächst durch unspezifische Warnsignale. Innerhalb von Stunden können sich diese deutlich verschlimmern.
Frühe Anzeichen (24 Stunden)
Betroffene berichten oft von:
- Schmerzen, die nicht zur sichtbaren Verletzung passen
- Rötliche oder bläuliche Hautverfärbungen
- Plötzliches Fieber über 38,5°C
Ärzte nennen dies das “Schmerz-Paradox”. Die Haut wirkt oft harmlos, während das Gewebe darunter stark entzündet ist.
Fortgeschrittenes Stadium (3-5 Tage)
Jetzt werden die Anzeichen sichtbarer:
| Anzeichen | Beschreibung |
|---|---|
| Dunkle Blasen | Mit blutigem oder eitrigem Inhalt |
| Kreislaufprobleme | Rasender Puls, niedriger Blutdruck |
| Bewusstseinsstörungen | Verwirrtheit durch Sepsis |
Kritische Warnzeichen
Folgende Symptome erfordern sofortige Notfallhilfe:
- Schwarz verfärbte Haut (Nekrosen)
- Knisterndes Gefühl unter der Haut (Gewebegas)
- Organversagen durch Toxinbelastung
Ein Dusel-Test (Schmerz bei leichtem Druck) bestätigt oft die Diagnose. Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose.
Wie sich die Infektion ausbreitet
Kleine Wunden können zum Eintrittstor für lebensbedrohliche Bakterien werden. Die Infektion breitet sich mit bis zu 3 cm pro Stunde aus. Besonders tückisch: Sie springt manchmal zwischen Gewebebereichen (Skip-Lesion-Phänomen).
Eintrittspforten der Bakterien
70% der Fälle beginnen durch Hautverletzungen:
- Schnitte, Wunden oder Verbrennungen
- Insektenstiche oder chirurgische Verletzungen
- Selten: Über Blutkreislauf (hämatogen)
Risikopatienten mit schwachem Immunsystem sind besonders gefährdet. Intravenöser Drogenkonsum begünstigt die Streuung.
Verlauf der Gewebezerstörung
Die Bakterien produzieren Toxine und Proteasen. Diese Enzyme zerstören die Faszie und umliegendes Gewebe. Histologisch zeigen sich Nekrosezonen und Entzündungszellen.
| Phase | Merkmale | Risikofaktoren |
|---|---|---|
| Initial | Rötung, starke Schmerzen | Diabetes, Immunschwäche |
| Fortgeschritten | Blasenbildung, Gewebegas | Verzögerte surgery |
| Kritisch | Schwarze Nekrosen, Sepsis | Keine Antibiotika-Therapie |
Risikofaktoren für nekrotisierende Fasziitis
Nicht jeder ist gleich gefährdet – manche Gruppen haben ein höheres Risiko. Bei 80 % der Betroffenen liegen Vorerkrankungen vor. Besonders Diabetes oder ein schwaches Immunsystem spielen eine Rolle.
Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen
Menschen mit chronischen Krankheiten sind anfälliger. Diabetes erhöht das Risiko um das 4,3-Fache. Gründe sind schlechte Durchblutung und hohe Blutzuckerwerte.
Weitere Risikofaktoren:
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Geschädigte Gefäße begünstigen Infektionen.
- Autoimmunerkrankungen: Medikamente unterdrücken die Abwehr.
- Krebs: Chemotherapie schwächt den Körper.
Äußere Risikofaktoren: Verletzungen und Operationen
Offene Wunden sind Eintrittspforten für Bakterien. Selbst kleine Schnitte können gefährlich werden. Nach OPs treten 0,4–1,9 Fälle pro 100.000 Eingriffe auf.
| Risikofaktor | Einfluss | Präventionsmaßnahme |
|---|---|---|
| Diabetes | Hohes Risiko (4,3×) | Blutzucker kontrollieren |
| Chirurgische Eingriffe | 0,4–1,9 Fälle/100.000 | Sterile Bedingungen |
| Immunschwäche | Rasche Ausbreitung | Abklärung vor Therapie |
Der ASA-Score hilft Ärzten, das OP-Risiko einzuschätzen. Patienten mit Score ≥3 benötigen besondere Überwachung.
Diagnose: Wie Ärzte die Erkrankung erkennen
Ärzte setzen auf klare Kriterien, um die Infektion früh zu erkennen. Jede Stunde Verzögerung erhöht das Sterberisiko um 1,5%. Daher kombinieren sie klinische Beobachtung mit modernen Tests.
Klinische Untersuchung und Symptombewertung
Das Schmerzparadox ist ein Schlüsselhinweis: Die Schmerzen sind stärker als sichtbare Hautveränderungen. Ärzte nutzen den LRINEC-Score, um Risiken einzuschätzen. Dieser bewertet:
- CRP-Wert (>200 mg/l)
- Hämoglobinabfall
- Kreatininanstieg
Ein Score ≥6 deutet auf eine hohe Wahrscheinlichkeit hin. Typisch ist auch das Dishwater-Exsudat – eine trüge Flüssigkeit im Gewebe.
Bluttests, Bildgebung und Gewebebiopsie
Bluttests zeigen Entzündungen: Weiße Blutkörperchen und CK sind oft erhöht. Eine CT erkennt Gasansammlungen im Gewebe mit 89% Genauigkeit.
| Diagnose-Methode | Aussagekraft | Typische Befunde |
|---|---|---|
| Blutanalyse | CRP >200 mg/l | Hinweis auf schwere Infektion |
| CT-Scan | 89% Sensitivität | Subkutanes Gas |
| Biopsie | Goldstandard | Nekrotisches Gewebe |
Bei Unsicherheit folgt eine Gewebebiopsie. Die Schnellschnittuntersuchung während der OP bestätigt die Diagnose. Differenzialdiagnosen wie Gasbrand müssen ausgeschlossen werden.
Behandlungsmöglichkeiten im Notfall
Bei Verdacht auf eine schwere Gewebeinfektion zählt jede Minute. Ärzte setzen sofort eine Kombinationstherapie ein, um die Ausbreitung zu stoppen. Zeitverzögerungen erhöhen das Risiko für Amputationen oder Organversagen.
Antibiotika-Therapie und chirurgische Eingriffe
Die erste Maßnahme ist eine hochdosierte Antibiotika-Gabe. Standardprotokolle umfassen:
- Clindamycin + Penicillin G: Hemmt Toxinproduktion.
- Breitbandantibiotika: Gegen polymikrobielle Erreger.
Parallel erfolgt das radikale Débridement. Chirurgen entfernen nekrotisches Gewebe mit 2 cm Sicherheitsabstand. Durchschnittlich sind 3–5 Eingriffe nötig.
Unterstützende Maßnahmen
Bei septischem Schock sind Bluttransfusionen entscheidend. Ziel ist ein Hämoglobinwert >9 g/dl. Zusätzlich senkt hyperbare Oxygenierung die Amputationsrate um 22%.
| Maßnahme | Wirksamkeit | Anwendungsfall |
|---|---|---|
| Vakuumversiegelung | Fördert Wundheilung | Nach Débridement |
| Enzyminhibitoren | Reduziert Gewebezerstörung | Experimentell |
Mögliche Komplikationen und Langzeitfolgen
Die schweren Folgen einer unbehandelten Gewebeinfektion können lebenslange Auswirkungen haben. Besonders kritisch sind akute Notfälle wie Sepsis oder chronische Einschränkungen durch Amputationen.
Sepsis und Organversagen
Bei 45% der Patienten entwickelt sich ein septischer Schock. Dieser entsteht, wenn Bakterien ins Blut gelangen. Die Folgen sind oft dramatisch:
- Multiorganversagen: Nieren, Leber und Lunge können versagen
- Streptokokken-TSS: Toxisches Schocksyndrom mit 50% Sterblichkeit
- Chronische Niereninsuffizienz: Betrifft 60% der Langzeitüberlebenden
Frühzeitige Behandlung mit Antibiotika reduziert das Risiko. Intensivmedizinische Betreuung ist dann oft notwendig.
Amputationen und Narbenbildung
Bei 15-30% der Fälle mit Extremitätenbefall wird eine Amputation nötig. Die Rehabilitationsdauer beträgt durchschnittlich 9 Monate.
Weitere Langzeitfolgen:
- Ausgedehnte Narben: Erfordern plastisch-chirurgische Rekonstruktion
- Bewegungseinschränkungen: Durch Gewebeverlust und Versteifungen
- Psychische Belastung: 38% der Patienten entwickeln PTBS
Der initiale LRINEC-Score hilft, die Langzeitprognose einzuschätzen. Je höher der Wert, desto schwerwiegender die möglichen Folgen.
Schutzmaßnahmen: So reduzieren Sie Ihr Risiko
Mit einfachen Maßnahmen können Sie gefährliche Infektionen vermeiden. Offene Wunden richtig versorgen – das senkt das Risiko um 73%. Reinigen Sie Schnitte sofort mit Desinfektionsmittel und decken Sie sie steril ab.
Diabetiker und Menschen mit schwachem Immunsystem brauchen besondere Pflege. Kontrollieren Sie täglich Ihre Haut auf Verletzungen. Meiden Sie Süßwasser mit frischen Wunden – Vibrio-Bakterien lauern dort.
Prävention beginnt mit Hygiene. Impfungen wie gegen Windpocken helfen Kindern. Nach OPs regelmäßig die Narbe checken. Bei Rötungen oder Schmerzen sofort handeln.







