Nursemaid’s Elbow: Symptome, Ursachen und Behandlung bei Kindern
Bei Kleinkindern zwischen ein und vier Jahren kommt es häufig zu Verletzungen des Arms. Eine der typischsten ist die Radial head subluxation, auch als Nursemaid’s Elbow bekannt. Diese Verletzung entsteht, wenn das Radiusköpfchen aus seiner normalen Position rutscht.
Der Grund dafür liegt in der Anatomie von Kindern. Ihre Bänder sind noch nicht vollständig entwickelt, besonders das Ligamentum anulare ist bei ihnen lockerer. Schon ein plötzlicher Zug am Arm kann die Verletzung auslösen.
Eltern erkennen das Problem oft daran, dass ihr Kind den Arm nicht mehr bewegen möchte. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung heilt die Verletzung meist schnell und ohne Folgen.
Im folgenden Artikel erklären wir die Symptome, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. So können Sie im Ernstfall schnell handeln.
Was ist ein Nursemaid’s Elbow?
Viele Eltern kennen das Problem: Das Kind hält plötzlich den Arm still und weint. Oft steckt eine Radial head subluxation dahinter. Dabei rutscht das Radiusköpfchen leicht aus seiner Position.
Definition und medizinischer Hintergrund
Die Verletzung betrifft das Gelenk zwischen Oberarmknochen (Humerus) und Speiche (Radius). Bei kleinen Kindern ist das Ligamentum anulare noch locker. Es hält das Radiusköpfchen nicht fest genug.
Schon ein ruckartiges Ziehen am Arm kann die Bänder überdehnen. Das Köpfchen gleitet dann teilweise aus der Gelenkpfanne. Eine vollständige Ausrenkung liegt nicht vor.
Häufigkeit bei Kleinkindern
Besonders oft trifft es Kinder von 1 bis 4 Jahren. In diesem Alter sind sie aktiv, aber die Bänder noch schwach. Studien zeigen: 5–20% aller Ellenbogenverletzungen bei Kindern sind Subluxationen.
Das Risiko für ein erneutes Ereignis liegt bei 20–30%. Eltern sollten daher vorsichtig sein, wenn das Kind schon einmal betroffen war.
| Alter | Häufigkeit | Typische Auslöser |
|---|---|---|
| 1–2 Jahre | Höchstes Risiko | Hochziehen an den Händen |
| 3–4 Jahre | Mittlere Häufigkeit | Schwingen beim Spielen |
| Über 5 Jahre | Selten | Stürze oder Unfälle |
Symptome eines Nursemaid’s Elbow
Ein plötzlicher Schmerz im Arm kann bei Kleinkindern auf eine Subluxation hindeuten. Eltern erkennen die Verletzung oft an der Reaktion ihres Kindes. Es weigert sich, den Arm zu benutzen oder zeigt eine ungewöhnliche Haltung.
Typische Anzeichen
Das Kind hält den Arm leicht gebeugt und nach innen gedreht. Diese Schonhaltung ist ein klares Anzeichen. Passive Bewegungen, besonders das Drehen des Handgelenks, lösen Schmerzen aus.
Weitere Symptome:
- Das Kind greift nicht nach Gegenständen.
- Es schützt den Arm und weint bei Berührung.
- Keine sichtbaren Blutergüsse oder Deformierungen.
Unterschied zu anderen Verletzungen
Im Gegensatz zu Brüchen fehlen Schwellung oder blaue Flecken. Der Arm lässt sich nicht aktiv bewegen, aber passiv vorsichtig führen. Bei länger anhaltenden Schmerzen (über 4 Stunden) sollte ein Arzt aufgesucht werden.
| Symptom | Subluxation | Fraktur |
|---|---|---|
| Schwellung | Nein | Oft |
| Schonhaltung | Ja | Variabel |
| Schmerzen bei Bewegung | Nur bei Rotation | Bei jeder Bewegung |
Ursachen und Risikofaktoren
Kleine Kinder sind aktiv, doch ihre Gelenke sind noch nicht voll belastbar. Schon einfache Alltagssituationen können zu einer Radial head subluxation führen. Dabei spielen Zugkräfte und die kindliche Anatomie eine entscheidende Rolle.
Mechanismus der Verletzung
Ein ruckartiges Ziehen am gestreckten Arm ist die häufigste Ursache. Bereits 5–10 kg Zugkraft reichen aus, um das radial head zu verschieben. Typisch ist das Hochziehen an den Händen, etwa um das Kind vor einem Sturz zu bewahren.
Die Kraft wirkt besonders bei gestrecktem Ellenbogen und nach innen gedrehtem Handgelenk. Dies nennt man Hyperpronation. 75% der Fälle entstehen so.
Anatomische Gründe
Kinder haben noch lockere ligaments, besonders das Ligamentum anulare. Es stabilisiert das radial head nicht ausreichend. Erst mit etwa 5 Jahren sind die Bänder stark genug.
Häufige Auslöser
Gefährlich sind Situationen wie:
- Schwingen des Kindes an den Händen beim Spielen.
- Ruckartiges Hochziehen an Treppenstufen.
- Ziehen am Arm, um eine Jacke anzuziehen.
Interessant: 60% der Verletzungen betreffen die linke Seite. Mädchen sind etwas häufiger betroffen.
Tipp: Heben Sie Kinder immer unter den Achseln hoch – so vermeiden Sie Zug am Arm.
Diagnose des Nursemaid’s Elbow
Ärzte können die Verletzung in den meisten Fällen durch eine einfache Untersuchung feststellen. Eine radial head subluxation erfordert selten bildgebende Verfahren. Dennoch sind bestimmte Schritte nötig, um andere Verletzungen auszuschließen.
Klinische Untersuchung durch den Arzt
Der doctor beginnt mit einer Anamnese. Er fragt nach dem Unfallhergang und den Symptomen. Typisch ist die Schonhaltung des Arms.
Dann folgt die Funktionsprüfung:
- Der doctor testet passive Bewegungen, besonders die Drehung des Handgelenks.
- Ein hörbares “Klicken” (Click-Test) bestätigt oft die erfolgreiche Reposition.
- Schwellungen oder Deformierungen deuten auf andere Verletzungen hin.
Wann sind Röntgenbilder nötig?
In 90% der Fälle ist keine Bildgebung erforderlich. X-rays werden nur bei Verdacht auf Brüche (bones) oder Fehlstellungen gemacht. Gründe für eine Röntgenaufnahme:
- Unklare Anamnese oder untypische Schmerzen.
- Keine Besserung nach dem Einrenken.
- Verdacht auf eine Monteggia-Fraktur (seltene Differentialdiagnose).
Die Kosten übernehmen gesetzliche Krankenkassen. So bleibt die health des Kindes im Fokus.
Behandlung: Wie wird der Ellenbogen wieder eingerenkt?
Ein geschickter Handgriff genügt, um den Ellenbogen wieder einzurenken. Die Reduktion gelingt in über 90% der Fälle sofort. Wichtig ist, die richtige Technik anzuwenden.
Reduktionsmanöver (Schritt-für-Schritt-Erklärung)
Ärzte nutzen zwei bewährte Methoden:
- Supinations-Flexions-Technik: Der Arm wird vorsichtig gedreht und dann gebeugt. Ein hörbares Klicken bestätigt den Erfolg.
- Hyperpronationsmethode: Der Unterarm wird nach außen gedreht. Diese Methode ist oft schmerzärmer.
| Methode | Vorteile | Erfolgsrate |
|---|---|---|
| Supinations-Flexion | Schnelle Reduktion | 92% |
| Hyperpronation | Geringere Schmerzen | 88% |
Schmerzmanagement nach der Einrenkung
85% der Kinder sind sofort schmerzfrei. Bei Bedarf hilft Paracetamol (Dosis nach Körpergewicht). Der Arm sollte 24–48 Stunden geschont werden.
Wann ist eine OP erforderlich?
Eine Operation ist selten nötig. Nur bei chronischer Instabilität (mehr als 3 Wiederholungen) wird sie erwogen. In 99% der Fälle reicht die manuelle Reduktion.
Vorbeugung eines Nursemaid’s Elbow
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich die Verletzung wirksam vermeiden. Eltern und Betreuer können durch richtiges Handling das Risiko deutlich senken. Besonders wichtig ist der Schutz der noch schwachen Gelenke.
Sicheres Hochheben von Kindern
Heben Sie Kinder immer unter den Achseln an. Zugkräfte an den Armen oder Händen sind tabu. Diese Technik schont die Gelenke:
- Hände unter die Achseln schieben.
- Kind gleichmäßig hochheben, keine ruckartigen Bewegungen.
- Beim Tragen den Rücken des Kindes stützen.
Studien zeigen: Die Rezidivrate sinkt um 40%, wenn Eltern diese Grifftechnik lernen.
Vermeidung riskanter Spiele
Schwingen an den Armen oder Hochziehen an den Händen kann gefährlich sein. Besser sind Spiele ohne Zugbelastung:
- Kein “Engelchen flieg” oder ähnliche Schwenkbewegungen.
- Vorsicht bei Klettergerüsten – Kinder nicht an den Händen herunterziehen.
- Jacken anziehen, ohne am Ärmel zu ziehen.
Maßnahmen bei wiederkehrenden Fällen
Bei chronischer Instabilität helfen spezielle Übungen oder Bandagen. Ein Notfallplan gibt Sicherheit:
- Physiotherapie stärkt das Ligamentum anulare.
- Ellenbogenbandagen stabilisieren das Gelenk.
- Eltern lernen die Repositionstechnik für den Ernstfall.
Wichtig: Bei häufigen Wiederholungen den Arzt konsultieren.
Wichtige Tipps für Eltern und Betreuer
Mit klaren Handlungsanweisungen lässt sich das Risiko minimieren. Eltern können 95% der Fälle vermeiden, indem sie Kinder nie an den Händen hochziehen. Heben Sie stattdessen unter den Achseln an.
Im Notfall gilt: Ruhe bewahren. Das Kind beruhigen und den Arm ruhig halten. Suchen Sie innerhalb von 4 Stunden einen Arzt auf. So bleibt die Gesundheit des Kindes gesichert.
Langfristig stabilisieren sich die Gelenke bis zum Schulalter. Bei Schuldgefühlen hilft offene Kommunikation. Eltern sollten wissen: Die Verletzung ist häufig und kein Zeichen von falscher care.
Spezialambulanzen bieten Hilfe. Notieren Sie Adressen für schnelle Zeit. Mit Aufklärung und Vorsicht lässt sich ein erneutes Ereignis prevent nursemaid.







