Avaskuläre Nekrose der Hüfte: Symptome, Diagnose und Behandlung
Avaskuläre Nekrose der Hüfte: Symptome, Diagnose und Behandlung Die avaskuläre Nekrose ist eine ernste Erkrankung, bei der Knochengewebe abstirbt. Auslöser ist oft eine Durchblutungsstörung. Betroffen ist häufig die Hüfte, was zu starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führt.
Internationale Studien verzeichnen über 20.000 Fälle pro Jahr. Besonders betroffen sind Menschen zwischen 40 und 65 Jahren. Männer erkranken etwas häufiger als Frauen. Bei vielen Patienten sind beide Hüftgelenke beteiligt.
Dieser Artikel erklärt die Ursachen, typische Symptome und moderne Diagnosemethoden. Ziel ist es, Betroffenen klare Informationen an die Hand zu geben.
Was ist eine avaskuläre Nekrose der Hüfte?
Der Femurkopf spielt eine zentrale Rolle bei dieser Gelenkerkrankung. Er bildet die „Kugel“ im Kugelgelenk der Hüfte. Wenn die Blutversorgung gestört ist, stirbt Knochengewebe ab. Dies führt zu mechanischer Instabilität.
Definition und Entstehung
Mediziner bezeichnen die Nekrose auch als Knocheninfarkt. Auslöser ist eine Ischämie – das Gewebe erhält zu wenig Sauerstoff. Der Prozess verläuft oft schleichend über Monate oder Jahre.
Nach Beaule und Amstutz gibt es vier Stadien. Anfangs bleibt die Beweglichkeit des Gelenks erhalten. Später kann der Femurkopf kollabieren.
Betroffene Bereiche der Hüfte
Das Hüftgelenk besteht aus Acetabulum und Femurkopf. Dazwischen liegt schützender Knorpel. Wird er zerstört, reiben Knochen aufeinander.
Folgen sind Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Disease betrifft meist beide Seiten. Frühdiagnose ist entscheidend.
Symptome der avaskulären Nekrose der Hüfte
Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Anfangs bleiben sie oft unerkannt. Erst im Verlauf zeigen sich deutliche Symptome, die die Lebensqualität beeinträchtigen.
Frühe Anzeichen
Zu Beginn treten leichte Schmerzen in der Leiste auf. Sie kommen und gehen, besonders bei Belastung. Viele Betroffene ignorieren diese Warnsignale.
Typisch ist ein dumpfer Schmerz, der in den Oberschenkel ausstrahlt. Die Beweglichkeit bleibt zunächst erhalten. Doch schon jetzt ist das Gewebe geschädigt.
Fortgeschrittene Symptome
Später verstärken sich die Beschwerden. Die Schmerzen werden dauerhaft und treten auch nachts auf. Die Beweglichkeit nimmt deutlich ab.
Besonders die Innenrotation des Beins ist eingeschränkt. Ein hinkender Gang entsteht. Ohne Behandlung droht ein vollständiger Knochenkollaps.
| Stadium | Schmerzcharakter | Beweglichkeit |
|---|---|---|
| Frühstadium | Belastungsabhängig, diffus | Normal bis leicht eingeschränkt |
| Spätstadium | Dauerhaft, auch in Ruhe | Stark reduziert |
Die Tabelle zeigt den typischen Verlauf. Frühzeitiges Handeln kann schwerwiegende Folgen verhindern.
Ursachen und Risikofaktoren
Verschiedene Faktoren können die Durchblutung des Hüftgelenks beeinträchtigen. Man unterscheidet zwischen auslösenden Gewohnheiten und bestehenden medizinischen Bedingungen. Eine frühzeitige Identifikation hilft, das Fortschreiten zu verlangsamen.
Häufige Auslöser
Langfristiger Alkoholkonsum (über 400 ml/Woche) schädigt die Gefäße. Ebenso erhöhen Kortikosteroide bei Dauertherapie das Risiko. Typische Anwendungen sind Asthma oder Rheuma.
Mechanische Verletzungen wie Hüftluxationen führen oft zu Gefäßkompression. Auch Schenkelhalsfrakturen können die Blutversorgung unterbrechen.
- Pharmakologische Risikofaktoren: Kortison über 6 Monate
- Traumata: Unfreiwillige Gefäßschäden nach Brüchen
- Stoffwechsel: Fettembolien bei hohen Blutfettwerten
Medizinische Vorerkrankungen
Systemische Erkrankungen wie Sichelzellanämie verändern die Blutzusammensetzung. Dadurch verstopfen kleine Gefäße leichter. Auch Lupus oder Kollagenosen gehören zu den medizinischen Bedingungen.
Seltene Berufsrisiken wie die Taucherkrankheit (Caisson-Krankheit) spielen eine Rolle. Druckluftarbeiter entwickeln häufiger Durchblutungsstörungen.
Diagnose der avaskulären Nekrose
Moderne Diagnoseverfahren helfen, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsaussichten. Ärzte kombinieren klinische Untersuchungen mit bildgebenden Methoden.
Klinische Untersuchung
Der Arzt prüft zunächst die Beweglichkeit des Gelenks. Typisch sind Schmerzen bei Drehbewegungen oder Belastung. Das Drehmann-Zeichen zeigt sich durch Schmerzen bei passiver Beineinwärtsdrehung.
Ein axialer Stauchungsschmerz kann ebenfalls auf die Erkrankung hinweisen. Diese Tests sind erste Hinweise, reichen aber nicht für eine sichere Diagnose aus.
Bildgebende Verfahren
Röntgen zeigt im Frühstadium oft keine Auffälligkeiten. Später sind Sklerosesäume oder das Crescent Sign sichtbar. Diese Zeichen deuten auf Knochenveränderungen hin.
Die MRT ist das sensitivste Verfahren. Sie erkennt bereits in Stadium I Nekroseareale mit über 80% Genauigkeit. Typische Befunde sind T1-Hypointensität und das T2-Doppellinienphänomen.
Weitere Methoden wie Szintigraphie oder Labortests dienen dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Differenzialdiagnosen sind etwa Coxarthrose oder Knochenmarködeme.
Behandlungsmöglichkeiten
Effektive Therapien können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium ab. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion zu erhalten.
Konservative Therapien
Im Frühstadium helfen nicht-operative Maßnahmen. Teilentlastung mit Unterarmgehstützen entlastet das Gelenk. Bisphosphonate können den Knochenabbau verlangsamen.
Zusätzlich kommen physikalische Therapien infrage. Hyperbare Oxygenierung fördert die Durchblutung. Stoßwellentherapie regt die Regeneration an.
Chirurgische Eingriffe
Bei Fortschreiten der Erkrankung ist eine Operation oft unumgänglich. Die Kern-Dekompression entlastet den Knochen durch Anbohrung. Erfolgsrate: 70% in Frühstadien.
Schwere Fälle erfordern einen Gelenkersatz. Moderne Hüftprothesen haben eine 10-Jahres-Überlebensrate von über 85%. Bei jungen Patienten kommen zementfreie Modelle zum Einsatz.
| Verfahren | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Kern-Dekompression | Minimal-invasiv, schnelle Erholung | Nur in Frühstadien wirksam |
| Hüft-TEP | Langfristige Schmerzfreiheit | Längere Reha-Phase |
| Knochentransplantat | Natürlicher Gewebeersatz | Komplexer Eingriff |
Rehabilitative Maßnahmen wie Gangschulung unterstützen den Heilungsprozess. Muskelaufbautraining verbessert die Stabilität.
Leben mit avaskulärer Nekrose der Hüfte
Ein aktiver Lifestyle hilft, die Beweglichkeit trotz Erkrankung zu erhalten. Regelmäßige Follow-up-Untersuchungen wie MRTs überwachen das Fortschreiten. Ärzte empfehlen Nikotinverzicht und Gewichtsreduktion.
Physiotherapie stärkt die Muskulatur. Aquajogging oder isometrische Übungen schonen das Gelenk. Ergonomische Hilfen wie Sitzkissen oder Gehstöcke erleichtern den Alltag.
Für Schmerzmanagement eignet sich das WHO-Stufenschema. NSAR lindern Beschwerden. Chronische Schmerzen erfordern oft multimodale Konzepte.
Psychosoziale Betreuung beugt einer Chronifizierung vor. Risikofaktoren wie Alkohol oder Kortison sollten minimiert werden. So lässt sich die Progression verlangsamen.







