Avasculäre Nekrose Hüfte (AVN): Symptome und Therapie
Avasculäre Nekrose Hüfte (AVN): Symptome und Therapie Bei der avaskulären Nekrose handelt es sich um eine Durchblutungsstörung, die zum Absterben von Knochengewebe führt. Besonders häufig ist der Oberschenkelkopf betroffen, was langfristig zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.
Die Erkrankung entwickelt sich meist über Monate oder Jahre. Anfangs treten nur leichte Beschwerden auf, später kann es jedoch zum Knochenkollaps kommen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 30 und 50 Jahren.
Im Gegensatz zu Arthrose entsteht die Nekrose nicht durch Abnutzung, sondern durch eine mangelnde Blutversorgung. Zudem kann sie in mehreren Gelenken gleichzeitig auftreten, etwa in beiden Hüften oder Knien.
Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Im weiteren Verlauf des Artikels erfahren Sie mehr über Symptome und Therapiemöglichkeiten.
Was ist avaskuläre Nekrose der Hüfte?
Die sogenannte Perthes-Krankheit betrifft vor allem Kinder. Bei dieser Disease stirbt bone tissue ab, weil die blood supply unterbrochen ist. Im Erwachsenenalter spricht man von osteonecrosis.
Auslöser ist immer eine mangelnde Durchblutung. Ohne Sauerstoff und Nährstoffe sterben Knochenzellen ab. Besonders häufig ist der femoral head betroffen – in 80% der Fälle.
Bei Kindern heilt die Perthes-Krankheit oft von selbst. Die Heilung dauert 2–5 Jahre. Erwachsene benötigen dagegen meist eine Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden.
Aktuelle Studien zeigen: COVID-19 kann als neuer Risikofaktor auftreten. Die Krankheit beeinträchtigt die Durchblutung und begünstigt so Knochenprobleme.
Unbehandelt führt der Gewebeschwund zu Arthrose oder Gelenkverformungen. Frühzeitiges Handeln ist daher entscheidend.
Symptome der avaskulären Nekrose
Schmerzen in der Leiste können ein frühes Warnsignal sein. Die Beschwerden entwickeln sich oft schleichend und werden anfangs ignoriert. Erst im weiteren Verlauf zeigen sich typische klinische Zeichen, die auf eine Durchblutungsstörung hindeuten.
Frühanzeichen
Im Frühstadium treten Schmerzen nur bei Belastung auf, etwa beim Gehen oder Treppensteigen. Röntgenbilder sind zu diesem Zeitpunkt meist unauffällig. Viele Betroffene beschreiben ein dumpfes Ziehen in Leiste, Oberschenkel oder Gesäß.
Fortgeschrittene Symptome
Später kommen Nachtschmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenks hinzu. Der Schmerzcharakter ändert sich zu stechend oder reißend. Äußerlich sichtbar sind oft Hinken oder eine Beinlängenverkürzung durch Muskelabbau.
| Stadium | Symptome | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Früh | Belastungsschmerz | Keine sichtbaren Veränderungen |
| Fortgeschritten | Ruheschmerz, Steifigkeit | Muskelatrophie, Hinken |
Ursachen und Entstehung von AVN
Mehrere Faktoren können zum Absterben von Knochengewebe führen. Entscheidend ist stets eine gestörte Durchblutung, die das Gewebe schädigt. Man unterscheidet traumatische und nicht-traumatische Ursachen.
Traumatische Ursachen
Verletzungen wie Hüftluxationen oder Frakturen können Gefäße komprimieren. Dadurch wird der Blutfluss unterbrochen. Besonders kritisch sind Brüche nahe dem Oberschenkelkopf.
Nicht-traumatische Ursachen
Langfristiger Alkoholkonsum (>400 ml/Woche) schädigt die Gefäße. Auch hochdosierte Kortisontherapien (>20 mg/Tag) lösen Fettembolien aus. Systemische Erkrankungen wie Lupus oder Sichelzellanämie sind weitere Risikofaktoren.
- Stoffwechselstörungen: Hyperlipidämie oder Gaucher-Krankheit.
- Medizinische Eingriffe: Strahlentherapie oder Organtransplantationen.
Risikofaktoren für avaskuläre Nekrose
Bestimmte Medikamente und Lebensgewohnheiten erhöhen das Risiko für Durchblutungsstörungen im Knochen. Auch Vorerkrankungen spielen eine entscheidende Rolle. Eine frühzeitige Identifikation dieser Faktoren kann schwerwiegende Folgen verhindern.
Medikamente und Lebensstil
Langfristiger Gebrauch von Kortison oder Chemotherapeutika schädigt die Gefäße. Besonders kritisch sind Dosen über 20 mg/Tag. Auch Immunsuppressiva nach Transplantationen gehören zu den Risikofaktoren.
Verhaltensbedingte Einflüsse wie Rauchen oder starkes Übergewicht verschlechtern die Durchblutung. Alkoholkonsum über 400 ml/Woche verdoppelt das Risiko.
Vorerkrankungen
Blutkrankheiten wie Sichelzellanämie oder Thalassämie stören den Sauerstofftransport. Endokrine Störungen (z. B. Cushing-Syndrom) begünstigen ebenfalls Gewebeschäden.
- Berufliche Exposition: Taucher oder Arbeiter unter Hochdruck leiden häufiger an der Caisson-Krankheit.
- Stoffwechselstörungen: Hyperurikämie oder Gaucher-Krankheit.
Diagnose der avaskulären Nekrose
Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine präzise Erkennung der Erkrankung. Die Diagnose stützt sich auf klinische Symptome und technische Untersuchungen. Je früher die Durchblutungsstörung erkannt wird, desto besser sind die Therapiechancen.
Bildgebende Verfahren
Die MRT (Magnetresonanztomographie) ist mit 93% Genauigkeit das sensitivste Imaging-Tool. Sie zeigt bereits Frühstadien, in denen Röntgenbilder noch unauffällig sind. Typische Merkmale sind dunkle Areale im Gewebe, die auf abgestorbenen Knochen hindeuten.
Die ARCO-Klassifikation unterteilt den Verlauf in vier Stadien:
- Stadium I: Nur im MRT sichtbar, keine strukturellen Schäden.
- Stadium II: Leichte Deformierungen im Röntgen.
- Stadium III: Subchondrale Fraktur ohne Gelenkbeteiligung.
- Stadium IV: Vollständiger Kollaps des Gelenks.
Differentialdiagnose
Ähnliche Beschwerden können bei anderen Erkrankungen auftreten. Eine gründliche Abgrenzung ist wichtig, um Fehlbehandlungen zu vermeiden.
| Erkrankung | Unterscheidungsmerkmale |
|---|---|
| Coxarthrose | Langsame Entwicklung, typische Röntgenzeichen |
| Stressfraktur | Lokaler Druckschmerz, oft bei Sportlern |
| Tumoren | Unklare Gewebeveränderungen im MRT |
Zusätzlich können Bluttests (CRP, Blutbild) Entzündungen ausschließen. In unklaren Fällen wird eine Knochenbiopsie durchgeführt.
Therapieoptionen bei AVN der Hüfte
Je nach Stadium stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und das Gelenk zu stabilisieren. Frühzeitiges Handeln erhöht die Chance auf vollständige Heilung.
Konservative Behandlung
Im Frühstadium können nicht-operative Methoden helfen. Entlastung durch Gehälter oder Physiotherapie reduziert den Druck auf den femoral head. Spezielle Übungen stärken die Muskulatur und fördern die Beweglichkeit.
Medikamente wie Iloprost erweitern die Gefäße und verbessern die Durchblutung. Bisphosphonate verlangsamen den Knochenabbau. Pulsierende Elektrostimulation kann die Heilung unterstützen.
Chirurgische Eingriffe
Bei fortgeschrittener Erkrankung ist oft eine surgery nötig. Die core decompression entlastet den Knochen durch kleine Bohrungen. Kombiniert mit Stammzelltransplantation regt sie die Neubildung von Gewebe an.
Weitere Verfahren:
- Autologe Knochentransplantation: Eigenes Knochengewebe stabilisiert den femoral head.
- Flexions-Osteotomie: Eine Umstellung des Gelenks verteilt die Belastung neu.
- Endoprothese: Keramikimplantate ersetzen bei schweren Schäden das Gelenk.
Nach der surgery folgt eine Rehabilitation von 6–12 Wochen. Teilbelastung und gezielte Therapie sichern den Erfolg. Studien zeigen: Bei früher treatment liegt die Erfolgsrate bei 85%.
Prävention und Langzeitprognose
Vorbeugende Maßnahmen können das Risiko für Durchblutungsstörungen deutlich senken. Primärprävention umfasst Alkoholabstinenz und Nikotinverzicht. Zudem hilft eine Kontrolle des Cholesterinspiegels (LDL-Zielwert unter 100 mg/dl).
Risikopatienten sollten regelmäßige MRT-Kontrollen wahrnehmen. Steroide sollten auf unter 10 mg/Tag reduziert werden. Eine kalziumreiche Ernährung und Vitamin D unterstützen die Gesundheit.
Die Langzeitprognose hängt von der Nekrosegröße und dem Alter ab. Ohne Behandlung entwickeln viele Betroffene nach 7–10 Jahren eine Arthrose. Frühzeitige Prävention verbessert die Chancen auf ein beschwerdefreies Leben.







